So migrieren Sie von Server 2008 auf Server 2019 / 2016 und behalten Anwendungen, Profile, Freigaben und Daten
Das End of Life von Server 2008 ist im Januar 2020. Wenn Sie Ihre 2008-Migrationen aufgeschoben haben, ist jetzt der Zeitpunkt, sie hinter sich zu bringen. Zum Glück kann das viel einfacher sein, als Sie erwarten: In diesem Artikel beschreiben wir, wie Sie eine Migration von Server 2008 / Server 2008 R2 auf einen neuen Server 2019, 2016 oder 2012 durchführen – einschließlich der Migration von Serveranwendungen, Datenbanken, Benutzerprofilen, Freigaben und Daten. Wir behandeln auch Best Practices und Tutorials zur Rollenmigration.
Die hier behandelte Migration ist eine native Migration – keine App-Virtualisierung. Sie können diese Methoden nutzen, um von physisch zu physisch, physisch zu virtuell / Cloud, Cloud zu Cloud usw. zu migrieren. Virtualisierung kann für Kompatibilitäts-Workarounds ergänzt werden, wird in diesem Tutorial aber nicht behandelt.
Ziel dieses Tutorials ist es, eine Servermigration bei Anwendungs- und Dateiservern in weniger als 4 Stunden tatsächlicher Arbeitszeit abzuschließen (die “unbeaufsichtigten Warte”-Zeiten der Datenübertragung nicht mitgerechnet), und in weniger als 24 Stunden bei rollenfokussierten Servern (komplizierte Fälle können mehr Zeit erfordern).
Die dafür verwendete Software ist Zinstall WinServ.
Sie möchten nur wissen, wie sich die Migration automatisieren lässt, und brauchen kein allgemeines Tutorial?
Klicken Sie hier, um zu springen zum Teil mit dem eigentlichen Migrationsprozess zu springen.
Oder, wenn Sie Workstations migrieren müssen, klicken Sie hier für die Migration zu Windows 10.
WinServ-Servermigrationen sind auch über IBM Services verfügbar, als Teil des Full-Service-Pakets für Großprojekte. Wenden Sie sich für mehr Informationen an Ihr IBM-Account-Team in Ihrer Region.
Video-Demo – automatisches Servermigrations-Tool
Bevor Sie beginnen: Auditieren Sie Ihre Server und planen Sie die Migration.
Inventarisieren Sie Ihre Server: In einer typischen Umgebung haben Sie etliche verschiedene Servertypen. Typische Gruppen sind Domänenverwaltungsserver (DC, DNS, DHCP usw.), Webserver, DB-Server, Anwendungsserver, Dateiserver und so weiter.
Dieses Tutorial konzentriert sich auf die typischerweise zahlreichere Gruppe – Anwendungsserver, Datenbankserver, Dateiserver (vor allem, weil sich diese Migrationen leicht automatisieren lassen, anders als Rollenmigrationen).
Planen Sie Ihr Migrationszeitfenster: Migrationen brauchen Zeit, und währenddessen können Ihre Nutzer in gewissem Maß betroffen sein. Legen Sie die eigentliche Migration nach Möglichkeit außerhalb der Arbeitszeit oder auf ein Wochenende. Sie müssen dabei übrigens nicht selbst vor Ort bleiben: Die Anwendungsmigration kann remote durchgeführt oder im Voraus im unbeaufsichtigten Modus gestartet werden.
Prüfen Sie, ob Ihre Backups aktuell und tatsächlich wiederherstellbar sind: Jedes große Upgrade kann schiefgehen, und ohne gültiges, aktuelles Backup riskieren Sie alles zu verlieren, was auf dem Server war. Stellen Sie sicher, dass Ihr Backup unbeschädigt und im Notfall wiederherstellbar ist!
Entscheiden Sie über den Ersatztyp: Sobald Sie sich entschieden haben, einen Server zu ersetzen, haben Sie mehrere Optionen, was der Ersatz sein wird. Es kann ein physischer Windows-2019-Server sein, ein virtueller Server vor Ort oder ein Cloud-basierter Server außer Haus (etwa Migration zu Azure oder zu Amazon AWS). Wenn Sie Zinstall WinServ verwenden, unterstützt es jede dieser Übertragungen, sodass die Migrationsschwierigkeit mit Ihrer Wahl nicht wesentlich variiert.
Ausführliche Demo: Windows-Server-Anwendungsmigration
So migrieren Sie von Server 2008 zu Server 2019
Der folgende Prozess umreißt die Migrationsschritte für den Umzug von Server 2008 auf einen neuen Windows Server 2019 / 2016.
Option 1: Direkte Migration von Server 2008 zu 2019 über das Netzwerk
- Bevor Sie beginnen, deaktivieren Sie am besten die Firewall auf dem alten Server oder nehmen Sie Zinstall zumindest in deren Whitelist auf, damit die Firewall die Migration nicht stört.
- Führen Sie auf dem alten Computer Zinstall WinServ auf beiden Servern aus.
Hinweis: Sie können Zinstall WinServ hier erhalten und das das Benutzerhandbuch hier.
- Wählen Sie auf beiden Servern die erste Option, “Moving between two machines”.
- Wenn Sie KEINE Server-Anwendungen übertragen möchten und nur an Profilen, Daten und Freigaben interessiert sind, stellen Sie den Auswahlknopf auf dem Hauptbildschirm auf den Modus “profile and settings only”.
- Wählen Sie auf dem Quellserver die Option “Source computer” und lassen Sie ihn laufen. Er wartet auf die Verbindung vom neuen Server.
- Wählen Sie auf dem neuen Server 2019 / 2016 die Option “Target computer”.
- WinServ erkennt den Quellserver automatisch. Falls die Server in unterschiedlichen Netzwerken sind, können Sie die IP-Adresse des Quellservers auch manuell angeben.
- Wenn Sie genau auswählen möchten, was übertragen wird, öffnen Sie das Advanced-Menü. Wenn Sie einfach alles übertragen möchten, brauchen Sie das Advanced-Menü nicht.
- Klicken Sie auf Next und dann auf Go, um die Migration zu starten.
- Die Übertragung dauert eine Weile (je nach Datenmenge) und meldet sich, wenn sie fertig ist.
- Das war’s!
Option 2: Indirekte Migration von 2008 zu 2019 / 2016 über Zwischenspeicher
- Führen Sie auf dem alten Computer Zinstall WinServ auf beiden Servern aus.
Hinweis: Sie können Zinstall WinServ hier erhalten und das das Benutzerhandbuch hier.
- Wählen Sie auf dem Quellserver die 3. Option, “Moving from Machine to Container”
- Wählen Sie den Container-Speicherort (eine Netzwerkfreigabe, ein NAS, eine USB-Festplatte – jede Art von Speicher) und klicken Sie auf Go, um den Quellserver vollständig an diesen Ort zu erfassen.
- Wählen Sie auf dem neuen 2019-/2016-Server die vierte Option, “Moving from Container to Machine”
- Wenn Sie KEINE Programme übertragen möchten und nur an Profilen, Daten und Freigaben interessiert sind, stellen Sie den Auswahlknopf auf dem Hauptbildschirm auf den Modus “profile and settings only”.
- Geben Sie den Speicherort des in Schritt 3 erstellten Containers an.
- Wenn Sie genau auswählen möchten, was übertragen wird, öffnen Sie das Advanced-Menü. Wenn Sie einfach alles übertragen möchten, brauchen Sie das Advanced-Menü nicht.
- Klicken Sie auf Next und dann auf Go, um die Migration zu starten.
- Die Übertragung dauert eine Weile (je nach Datenmenge) und meldet sich, wenn sie fertig ist.
- Das war’s!
Migration der Serverrollen
Dieser Teil der Migration erfolgt manuell, und es gibt mehrere hilfreiche Anleitungen. Wir empfehlen John Savills ausgezeichneten Leitfaden: Winding Down Windows Server 2003 in Your Organization. Die Informationen unten basieren auf dem obigen Artikel.
- IIS-Migration: Wenn auf Ihrem IIS 6 nur einfache HTML-Seiten oder Active Server Pages (ASP) laufen, können Sie die Inhalte auf die IIS-Version von Server 2012 oder Server 2012 R2 kopieren und die DNS-Einträge auf den neuen IIS-Server umstellen. Organisationen haben aber meist komplexere Konfigurationen. Die gute Nachricht: Es gibt ein Migrations-Toolkit namens Web Deploy 3.6. Wenn Sie Websites zu Microsoft-Azure-Web-Apps migrieren müssen, siehe Azure Web App Migration Assistant.
- DC- und AD-Migration: Wenn Sie Best Practices gefolgt sind, läuft auf Ihren Domain Controllern (DCs) keine weitere Software, sodass die bestehende Domäne und Gesamtstruktur auf Server 2012 oder Server 2012 R2 vorbereitet werden. In dem Fall erstellen Sie neue DCs mit Server 2012 oder Server 2012 R2, migrieren die FSMO-Rollen (Flexible Single-Master Operation), migrieren Zertifikate und andere Elemente und nehmen dann die Server-2003-DCs außer Betrieb. Um Server-2012-DCs einzuführen, muss die Gesamtstruktur (und damit die Domänen) im Windows-Server-2003-Modus sein. Eine ausführliche Anleitung zur DC-Migration finden Sie unter Upgrade Domain Controllers to Windows Server 2012 R2 and Windows Server 2012.
- DHCP-Migration: DHCP-Bereiche liefern die IP-Adressen für die Clients samt IP-Konfiguration (z. B. Gateway, DNS-Server). Zum Migrieren von DHCP-Bereichen exportieren Sie die Bereiche am besten aus der Server-2003-Instanz und importieren sie in die Server-2012- oder Server-2012-R2-Instanz. Alle Details zu diesem Ansatz stehen im TechNet-Networking-Blog-Beitrag “Steps to move a DHCP database from a Windows Server 2003 or 2008 to another Windows Server 2008 machine.” Falls zwischen Export und Import der DHCP-Bereiche Zeit vergeht und das Risiko einer IP-Adress-Wiederverwendung besteht, können Sie den DHCP-Server so konfigurieren, dass er vor der Vergabe prüft, ob eine IP-Adresse in Gebrauch ist, indem Sie die Adresskonflikt-Erkennung aktivieren.
- DNS-Migration: Wenn Sie DNS auf Windows hosten, ist es vermutlich mit dem AD integriert und Ihre DNS-Server sind DCs. Beim Migrieren des AD zieht die DNS-Konfiguration also mit um. Denken Sie daran, auch DNS-Server-Konfigurationen wie Weiterleitungen zu migrieren. Wenn die DNS-Server neue IP-Adressen bekommen, müssen Sie alle statischen IP-Konfigurationen und sämtliche DHCP-Konfigurationen aktualisieren. Um diese zeitraubende Aufgabe zu vermeiden, geben die meisten Organisationen den neuen Servern die IP-Adressen der alten, sobald diese außer Betrieb sind.
- Druckdienste: Wie bei den Dateidiensten müssen Druckerkonfigurationen und -freigaben vom Quell- auf den Zielserver migriert werden. Außerdem brauchen Sie neue 64-Bit-Druckertreiber, die mit Server 2012 oder Server 2012 R2 und mit modernen Clients kompatibel sind. Microsoft bietet einen Druckmigrations-Assistenten und ein Kommandozeilenwerkzeug für die Migration der Druckdienste. Sie können diese Werkzeuge auf der Seite Migrate Print and Document Services to Windows Server 2012 Webseite.
- Exchange-Migration: Upgrade from Exchange 2007 to Exchange 2013
- SQL-Server-Migration: Siehe Supported Version and Edition Upgrades
Umgang mit inkompatiblen Anwendungen:
Einige Legacy-Drittanbieteranwendungen auf Windows Server 2008 können mit Windows Server 2019 (oder 2016) inkompatibel sein. Wenn Sie z.B. SQL 2005 auf Server 2008 betreiben, läuft es auf nichts Neuerem – egal ob Sie manuell oder automatisch migrieren. Es wird dringend empfohlen, diese Anwendungen so bald wie möglich aus der Produktionsumgebung zu entfernen.
Wenn diese Anwendungen nicht sofort entfernt werden können und für den weiteren Betrieb der Organisation geschäftskritisch sind, ist die empfohlene Option, sie betriebsfähig zu halten, eine virtualisierte Migration dieser Anwendungen in eine virtuelle Server-2008-Instanz auf dem neueren Ersatzserver. Ergreifen Sie danach weiter die nötigen Schritte, um diese Anwendungen auslaufen zu lassen und die virtualisierten 2008-Instanzen stillzulegen.
WinServ ist anwendungsgenerisch und kann selbst maßgeschneiderte und hausinterne Anwendungen migrieren, die die Außenwelt nie gesehen hat – solange sie auf dem neuen Server laufen können. Hier eine unvollständige Liste verbreiteter Anwendungen, die unsere Kunden bereits migriert haben:
- MS SQL
- MySQL
- SAP (einschließlich SAP Business One)
- Oracle
- Sybase
- DB2
- Java Application Server
- Crystal Reports
- Avaya
- PeopleSoft
- JD Edwards Enterprise One (JDE E1)
- Citrix
- Apache (nur Windows)
- WebSphere
- Microsoft Dynamics
Nach der Migration:
Sobald die Migration abgeschlossen ist, geht es an die Überprüfung der Ergebnisse.
- Womöglich müssen Sie das DNS Ihrer Domäne anpassen, damit es wo nötig auf den neuen Server zeigt. Zum Beispiel den DNS-Eintrag CRM-SERVER auf die Adresse des neuen Servers ändern.
- Dasselbe gilt für Anmeldeskripte und GPO-Richtlinien.
- Starten Sie jede Anwendung und Konsole, die Sie nutzen, und prüfen Sie, ob sie korrekt laden.
- Prüfen Sie von einer Client-Workstation aus, ob die Clients den migrierten Server korrekt erreichen und ihre Anwendungen problemlos laufen.
Glückwunsch! Ihre Server-Migration ist damit abgeschlossen.
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